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Vera

Unregistered

1

Friday, June 13th 2008, 4:55pm

Was sind Hobbyzüchter

Der Hobbyzüchter: Nur ein Ammenmärchen - oder gibt es ihn wirklich?

Per Definition ist ein Hobbyzüchter ein nicht gewerbsmäßig tätiger Züchter. D.h. die züchterische Tätigkeit unterliegt keiner Gewinnerzielungsabsicht.
Allzu häufig kommt es vor, daß ein potentieller Welpenkäufer nach Papieren fragt und die Antwort erhält, es gebe keine Papiere, weil die Hundezucht „nur“ aus Hobby betrieben werde.

Jetzt aber mal Hand aufs Herz: Würden Sie ein Auto von einem Händler kaufen, wenn Ihnen dieser erklärt, er habe keinen KFZ Schein für das Auto, weil er „nur“ Hobbyverkäufer sei?
Gewerbsmäßigen Züchtern ist grundsätzlich die Mitgliedschaft in Rassehundezuchtvereinen, die in einem allgemein anerkannten Dachverband organisiert sind, verboten. D.h. alle Züchter (deren Welpen selbstverständlich auch Papiere besitzen) sollen grundsätzlich und ausnahmslos Hobbyzüchter sein und mit ihrer Zucht keine Gewinnerzielungsabsicht verfolgen.

Die Rassehundezuchtvereine haben die Aufgabe, dies zu kontrollieren und Zuwiderhandlungen mit entsprechenden Konsequenzen zu ahnden.
Nun, wer nicht züchten oder ausstellen will, dem mag das Papier nicht wichtig erscheinen, und diese Haltung soll ihm grundsätzlich unbenommen bleiben.

Es lohnt sich jedoch zu bedenken: Das Papier ist nicht nur ein Schein, den man für die Ausstellung benötigt, sondern vielmehr ein Dokument, auf dem wichtige Informationen festgehalten sind:

- Papiere dokumentieren die Vorfahren bis in die dritte Generation
- Auf Papieren wird der Wurf und die dazugehörigen Informationen vermerkt
- Auf dem Papier werden zuchtausschließende Fehler vermerkt
- Vorbesitzer sind auf den Ahnentafeln vermerkt
- Zuchtzulassungen sind in der Ahnentafel vermerkt
- Bei Welpen mit Papieren wurden Zuchtkontrollen und Abnahmen durchgeführt

Jeder Züchter, der Wert darauf legt, daß die von ihm gezüchteten Welpen von einem Rassehundezuchtverein, der in einem anerkannten Dachverband Mitglied ist, ausgestellte Papiere haben sollen, unterwirft sich automatisch weitreichenden Zuchtregularien.

Die Einhaltung dieser Regularien wird von den Rassehundezuchtvereinen kontrolliert und durchgesetzt, zudem werden nur gesondert zugelassene und ausgewählte Tiere, die verschiedene Gesundheitschecks durchlaufen haben, in das Zuchtgeschehen eingebunden.

Erkundigen Sie sich, wie ein Papier für einen Hund korrekterweise aussehen sollte! Viele Papiere von angebotenen Welpen entspringen der Fantasie ihrer Aussteller und dem heimischen Laserdrucker - erkundigen Sie sich zur Vermeidung von Irrtümern am besten vorab bei den Rassehundezuchtvereinen oder bei den Dachverbänden, wie ein Papier aussehen sollte.

Massenvermehrer und skrupellose Tierhändler, die Bordeauxdoggen auf illegalem Wege nach Deutschland importieren und diese ggf. bei Zwischenhändlern platzieren, um den Anschein einer seriösen Zucht zu wahren, treten in letzter Zeit mehr und mehr in Erscheinung. Wir können nicht genug vor solchen dubiosen Quellen warnen. Es sind die Hunde, die letztendlich die Zeche bezahlen – mit ihrer Gesundheit.

Zudem findet man im Internet Vermehrer, die abenteuerliche Verpaarungen Bordeauxdogge x Bullmastiff oder Bordeauxdogge x Berner Sennenhund vornehmen und die Ergebnisse als Raritäten vermarkten.
„Rarität“ ist in diesem Zusammenhang nur insofern der angemessene Begriff, als daß kein Bordeauxdoggenzüchter, dem an einer gesunden, reinrassigen und wesensfesten Bordeauxdoggenzucht gelegen ist, jemals auf so einen absonderlichen Gedanken verfallen wird.

Auch ist es nicht ausgeschlossen, daß Inzuchtverpaarungen Mutter-Sohn, Schwester-Burder, Vater-Tochter vorgenommen werden; man spart die Deckgebühr, und die zu verpaarenden Hunde sind sofort verfügbar. Notfalls tut´s im Zweifel auch der Bernersennen Rüde. Hier werden zulasten der genetischen Basis Kosten gespart, und erst die zu erwartende horrende Tierarztrechnung wird dem Welpenkäufer einen echten Anhaltspunkt den Wahrheitsgehalt der gehörten Aussagen betreffend liefern. Vorher nämlich hat er keine Möglichkeit, die Aussagen dieser Vermehrer zu überprüfen und ist somit gezwungen, sich blind auf deren Wort zu verlassen.

Hier haben wir es, allen anderslautenden Beteuerungen,zum Trotz, mit dem krassen Gegenteil eines wahren Hobbyzüchters zu tun.

Wir erkennen dies an der Intransparenz der züchterischen Arbeit, die u.a in der Weigerung, korrekte Papiere zu liefern, ihren Ausdruck findet. Wo nur warme Luft oder handgestrickte Bescheinigungen über Herkunft und Abstammung der Welpen Auskunft geben, da sollten wir uns als Welpenkäufer tunlichst zurückziehen.

Auf der Suche nach dem gesunden und wesensfesten Welpen, der uns möglichst sein ganzes, langes Hundeleben lang mit seiner Vitalität und Lebensfreude mitreissen und anstecken soll, fahren wir bedeutend besser bei denjenigen Züchtern, die mit Stolz jedes Detail ihrer züchterischen Tätigkeit dokumentieren und vorzeigen, weil sie ihr dachverbandskonformes Engagement zu Recht als Leistungsausweis betrachten.



Quelle:http://www.bordeauxdoggen-deutschland.de
Der Autor hat den Text freigegeben und wir wünschen auch das er verbreitet wird.

Bounty

Unregistered

2

Friday, June 13th 2008, 4:59pm

:thumbsup_orange: Danke Vera :thumbsup_orange:
Gut erklärt

charlybaby

Unregistered

3

Tuesday, June 17th 2008, 10:26am

Super Text!!! Auch schön, dass er allgemein gehalten ist und nicht auf eine Rasse bezogen! Meine Familie züchtet auch, allerdings eine ganz andere Rasse als den Mops, und ich denke, dieser Text kann bei potenziellen Käufern Verwendung finden.

Hannelore

Unregistered

4

Sunday, July 20th 2008, 1:32pm

Danke für den interessanten Beitrag.

Zitat: Per Definition ist ein Hobbyzüchter ein nicht gewerbsmäßig tätiger Züchter. D.h. die züchterische Tätigkeit unterliegt keiner Gewinnerzielungsabsicht.

Mir kann Keiner erzählen, er betreibe eine Tierzucht nur zum "Hobby". Natürlich möchte ein Züchter auch daran verdienen. Anders kann ich mir den Aufwand, den eine Zucht mit sich bringt, nicht erklären.

This post has been edited 1 times, last edit by "Hannelore" (Jul 20th 2008, 2:14pm)


Heike

Unregistered

5

Sunday, July 20th 2008, 2:38pm

Hallo Hannelore,
ganz selbstlos wird so eine Zucht auch nicht sein, aber wenn man Ausgaben gegen Einnahmen stellt, dann bleibt bestimmt nicht das große Geld übrig. Die Kosten sind gedeckt und ein bischen was wandert auf's Konto, um die nächsten Kosten decken zu können. Wenn jede Geburt problemlos läuft, kein Welpe stirbt, die Würfe einigermaßen groß sind, dann bleibt bestimmt was übrig, aber laß nur mal einen Kaiserschnitt dazwischen kommen, oder ein übler Durchfall, der alle Welpen betrifft, dann sieht die Rechnung schon wieder ganz anders aus.

Um mit einer Hundezucht wirklich zu verdienen, dann braucht man einen oder besser mehrere eigene Deckrüden, mindestens 4 bis 5 Hündinnen (eher mehr), verkauft sofort, was keinen Gewinn mehr erziehlt, kleine Fehler oder keine Erfolge auf Ausstellungen hat und trennt sich möglichst schnell von Hunden, die auf Grund der Altersbeschränkung nicht mehr zur Zucht verwendet werden können. Und wenn der Boom einer Rasse vorbei ist, wendet man sich möglichst schnell der nächsten zu, die gerade "in" ist, und verkauft natürlich schnellstmöglich für ordentliches Geld den vorherigen Zuchtbestand.
Platz auf der Couch ist da nur für Hunde, die verdienen. Und genau das unterscheidet einen Hobbyzüchter von einem Unternehmer.
Gruß
Heike

Zweimops

Unregistered

6

Sunday, July 20th 2008, 3:44pm

Abgesehen von der inhaltlichen Defintion stört mich allein schon der Begriff "HOBBY" bei einer so verantwortungsvollen Aufgabe wie Zucht von Tieren. Ich kenne auch niemanden, der soziales Engagement oder Mitarbeit in Hilfsorganisationen als HOBBY bezeichnet. Der Begriff Hobbyzucht ist aus meiner Sicht eine clevere Marketingidee. Die meisten würden wohl bei der Auswahl eines Züchters den Hobbyzüchter statt des Gewerbezüchters wählen, einfach weil es suggeriert, dass keine Gewinnmaximierung mit Tierzucht betrieben wird.
Es gibt sicher kaum Menschen, deren Idealismus zum Wohle einer Tierrasse so hoch ist, dass er die Kosten und den Zeitaufwand für umfassende Informationen, Zuchttauglichkeit usw.usw. auf sich nimmt, um dann innerhalb eines überwachenden Vereins nur ganz ab und an einen Wurf zu haben, der dann sicher nicht mehr kostendeckend ist.
Mir ist ein verantwortungsvoller Züchter mit Erfahrung, artgerechter Tierhaltung, Sachverstand und dem richtigen Umfeld, der dazu steht, einen Ertrag aus der Hundezucht zu erzielen, lieber als jemand, der zwar gute Absichten hat und kein Geld verdienen möchte, aber keinen allzu großen Aufwand betreiben kann, wenn er mal ein paar Würfe macht.

Ich bleibe dabei, dass gute Züchter (die meinetwegen auch einen Teil ihres Lebensunterhalts aus der Zucht erzielen), einen guten Anteil am Wohl und der Entwicklung der Rasse haben. Sie beobachten aus Eigeninteresse die Nachkommen, importieren "neues Blut" aus dem oft weit entfernten Ausland, um den Genpool zu vergrößern, sie tauschen sich untereinander aus und teilen Erfahrungen bei Ausstellungen. All das nimmt viel Zeit in Anspruch und kann gar nicht nebenbei aus Hobby gemacht werden, denke ich.

Für mich gibt es Züchter (vermehren auf Teufel komm raus, was gerade als Rasse modern ist) und Züchter (vermehren mit Verstand und Verantwortung zum Wohle der Rasse) - Kommerz und Tierliebe halten sich die Waage. Wie überall gibt es eben die Guten und die Bösen.

Gäbe es nur die definierten Hobbyzüchter hätten die meisten von uns gar keinen Mops, der Preis und die Wartezeit wäre viel zu hoch/groß.

LG Suse

Inge Thelen

Supervielschreiber

Vorname: Inge

Location: Lindlar

Anzahl Möpse: 9

Name des Mopses/der Möpse: Möpse: Bubbles, Edeltraut, Frohlinde, Hildegard, Josephin und Nanna-Xena und Riesenmöpse: Anneliese und Schneewittchen

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7

Sunday, July 20th 2008, 4:26pm

Es gibt auch noch eine andere Definition, jedenfalls hier in NRW, ich weiß nicht, ob das in anderen Bunesländern auch so gehandhabt wird:

der Hobbyzüchter unterliegt keinerlei Verpflichtungen gegenüber dem Finanzamt, er braucht seine Einnahmen nicht zu versteuern, kann aber auch von seinen Ausgaben nichts absetzen. Er hat allerdings auch nicht mehr als 2 Hündinnen in der Zucht, das heißt, Gewinn ist da kaum möglich.

Der andere Züchter hat § 11b (glaub ich, muss da noch mal nachlesen), er muss eine Prüfung ablegen, ein einwandfreies polizeiliches Führungszeugnis vorweisen, seine Anlage und seine Räumlichkeiten werden vom Veterinäramt überprüft und dann darf er so viele Zuchthündinnen halten wie er will, aber er muss auch alle seine Einnahmen versteuern, bzw.er darf auch Ausgaben absetzen. Hier wäre die Hundezucht ja tatsächlich eine Art Gewerbe.

Bei vielen Mehrrassen-Züchtern läuft das dann so, dass die eine Hunderasse (1 Rüde, 2 Hündinnen) auf den Namen der Ehefrau läuft, die andere auf die Oma, auch der Onkel kann noch 3 Hunde halten und eine Rasse züchten...und trotzdem bleibt der Schein der Hobbyzucht gewahrt. Deshalb in Tierschutzfällen immer auch das Finanzamt informieren, das ist sowieso bei der Kontrolle immer schneller als jeder Amtsveterinär.





Heike

Unregistered

8

Sunday, July 20th 2008, 8:06pm

Dieser Paragraph und damit die Prüfung ist fällig wenn:

- mindestens 3 Zuchthündinnen gehalten werden
oder
- mindestens 3 Würfe im Jahr fallen

Das gilt Bundesweit, ist so im TierSchG geregelt.
Gruß
Heike

Udo

Unregistered

9

Sunday, July 20th 2008, 10:38pm

Meine Sicht der Dinge ist etwas anders. Ein Hobby ist ein Zeitvertreib, eine sinnvolle oder sinnlose Freizeitbeschäftigung. Ein Hobby dient nur dem eigenen Vergnügen. Ich habe neben meinen beiden Möpsen noch weitere Hobbies. Die kosten eine Menge Geld, bringen aber keinen Cent. Buchhalterische Sprüche völlig fehl am Platze.
Überträgt man meine Hobby-Definition auf Hundezüchter...ich brauch wohl nicht weiter zu reden.
Ich fände es nicht im geringsten verwerflich, wenn die Hundezucht nur unter dem gewerblichen Aspekt geregelt würde. Wer Qualität produziert, darf sich diese auch bezahlen lassen. Schließlich wird mit der Zucht ein Markt bedient, durch das Angebot eine Nachfrage befriedigt. Und wenn ein Züchter 20 Würfe pro Jahr hat, die Welpen so geplant, so produziert und so aufwachsen gelassen, wie wir Idealisten uns das vorstellen, was spricht dagegen? Aus meiner Sicht nichts.

Luttwich

Unregistered

10

Monday, July 21st 2008, 7:39pm


Ich fände es nicht im geringsten verwerflich, wenn die Hundezucht nur unter dem gewerblichen Aspekt geregelt würde. Wer Qualität produziert, darf sich diese auch bezahlen lassen. Schließlich wird mit der Zucht ein Markt bedient, durch das Angebot eine Nachfrage befriedigt. Und wenn ein Züchter 20 Würfe pro Jahr hat, die Welpen so geplant, so produziert und so aufwachsen gelassen, wie wir Idealisten uns das vorstellen, was spricht dagegen? Aus meiner Sicht nichts.
Danke Udo , das ist auch meine Ansicht zum Thema Zucht!

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